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Drohende Hinrichtung



27.03.2017

Drohende Hinrichtung
Herr BRUCE WARD

Beteiligen Sie sich jetzt!: © Amnesty International
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Bruce Ward soll am 17. April im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden. Bei ihm wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Er ist seit 1989 inhaftiert, das sind fast 25 Jahre im Todestrakt. Zur Zeit des Verbrechens war er 32 Jahre alt. Heute ist Bruce Ward 60 Jahre alt.

Am 11. August 1989 fand die Polizei den Leichnam der 18-jährigen Rebecca Doss an ihrem Arbeitsplatz in einer Tankstelle in Little Rock, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Arkansas. Ein Jahr später am 18. Oktober 1990 wurde Bruce Ward für den Mord zum Tode verurteilt. Aufgrund von Fehlern wurde sein Urteil zweimal aufgehoben. Auch im dritten Verfahren in Oktober 1997, in dem das Strafmaß erneut festgelegt wurde, wurde Bruce Ward zum Tode verurteilt. Vor seinem Urteil bat sein Rechtsbeistand um eine Aussetzung des Verfahrens, da Bruce Wards Geisteszustand "sich so sehr verschlechtert hatte, dass er mit dem Rechtsbeistand weder kooperieren kann noch möchte". Er wurde in das staatliche Krankenhaus gebracht, wo er jegliche Untersuchung zur Feststellung seines Zustands verweigerte. Eine unabhängige Untersuchung wurde ihm nicht zugestanden. Das Verfahren wurde weitergeführt und Bruce Ward wurde 1997 erneut zum Tode verurteilt.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten aus dem Jahre 1986 (Ford vs. Wainwright) untersagt die Hinrichtung von Gefangenen, wenn sie weder den Grund noch die Art der Strafe verstehen. Im Panetti vs. Quarterman Verfahren entschied der Oberste Gerichtshof 2007, dass im Fall Ford "die Kenntnis eines Gefangenen darüber, dass der Staat eine Hinrichtung befürwortet, nicht dasselbe ist, wie dies intellektuell zu verstehen. Tiefgreifende Wahnvorstellungen aufgrund einer schwerwiegenden psychischen Störung können das Bewusstsein über eine Verbindung zwischen dem Verbrechen und der daraus resultierenden Strafe in einen so weit von der Realität entfernten Kontext setzen, dass eine Strafe sinnlos wird".

Bruce Ward befindet sich seit über 25 Jahren im Todestrakt. Die meiste Zeit war er in Isolationshaft. Laut seinen Rechtsbeiständen hat sich sein Geisteszustand verschlechtert. Es geht so weit, dass er glaubt, seine Rechtbeistände seien Teil einer Verschwörung gegen ihn. 2006, 2010, 2011 und 2015 diagnostizierte ein von den Rechtsbeiständen engagierter Arzt bei Bruce Ward paranoide Schizophrenie. Der Arzt beschrieb Bruce Wards Verfolgungswahn und Wahnvorstellungen, unter anderem, dass er Opfer einer Verschwörung sei, um ihm ein Verbrechen anzuhängen, das er nicht begangen habe und dass er "für etwas Größeres bestimmt sei und die Hinrichtung nie vollstreckt werde. Stattdessen glaube er, dass er eines Tages befreit wird, zu großem Reichtum gelangt und viele Kinder haben wird". Der Arzt kam zu der Erkenntnis, dass, obwohl Bruce Ward "über das Todesurteil in Kenntnis gesetzt wurde", dieses Wissen "von wahnhaftem Glauben und Störungen beeinträchtigt wird, die von paranoider Schizophrenie herrühren". Der Arzt kam zu der Auffassung, dass Bruce Ward "kein rationales Verständnis seines Todesurteils habe". Nach Durchsicht der Akten kam der Arzt auch zu dem Schluss, dass Bruce War schon während des Verfahrens 1990 und bei der erneuten Strafmaßbestimmung 1997 an paranoider Schizophrenie litt und ihm dies die Möglichkeit nahm, das Gerichtsverfahren intellektuell zu verstehen und aktiv an seiner Verteidigung mitzuarbeiten.

SCHREIBEN SIE BITTE

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte begnadigen Sie Bruce Ward und wandeln Sie sein Todesurteil in eine Haftstrafe um.
  • Bitte beachten Sie, dass bei Bruce Ward eine ernstzunehmende geistige Behinderung diagnostiziert wurde und dass derselbe Arzt zu dem Schluss gekommen ist, dass der Gefangene nicht begreift, welche Strafe gegen ihn verhängt wurden.
  • Ich möchte Ihnen versichern, dass ich Gewalttaten in keiner Weise entschuldigen oder die Konsequenzen herunterspielen möchte.

APPELLE AN

GOUVERNEUR VON ARKANSAS
The Honorable Asa Hutchinson
Governor of the State of Arkansas,
State Capitol, Suite 250
500 Woodlane St, Little Rock, AR 72201
USA
(Anrede: Dear Govenor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 501 682 3597
E-Mail: http://governor.arkansas.gov/contact-info/

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Herrn Kent Doyle Logsdon
Geschäftsträger a.i., Gesandter-Botschaftsrat
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 17. April 2017 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN (AUF ENGLISCH)

International law and standards on the use of the death penalty clearly state that it may not be imposed or carried out on people with mental or intellectual disabilities. This applies whether the disability was relevant at the time of their alleged commission of the crime or developed after the person was sentenced to death.

In its Panetti v. Quarterman ruling, the US Supreme Court noted that "a concept like rational understanding is difficult to define". In its 1986 Ford v. Wainwright ruling, four of the Justices had similarly noted that the evidence of whether a prisoner is incompetent for execution "will always be imprecise". A fifth Justice had added that "unlike issues of historical fact, the question of [a] petitioner's sanity calls for a basically subjective judgment." For many people, one of the reasons to stop executions and to abolish the death penalty is precisely because of the impossibility of removing subjectivity and human error from an irrevocable punishment. At the same time, the power of executive clemency exists to compensate for errors and injustices that have not been remedied by the courts. In Arkansas, the Governor has independent clemency authority even without a clemency recommendation from the parole board.

When the Arkansas Supreme Court overturned Bruce Ward's original death sentence in 1992, three of the seven judges dissented from the decision to uphold his conviction, arguing that judicial bias had rendered his trial unfair. A judge "should manifest the most impartial fairness in the conduct of a trial, especially in a capital case", pointing to how the judge at Bruce Ward's trial had "seemed to delight in denying the defense the opportunity to approach the bench" that he had provided to the prosecution. Here, the dissenting judges wrote, "it was manifest to the jurors that the defense attorneys were not treated the same as the prosecuting attorneys" and that this "might well have prejudiced the jurors against defense counsel". However, they were in the minority and the 1990 conviction stands today. On appeal, the claim that Bruce Ward's trial lawyer was ineffective for failing to seek the recusal of judge at the 1990 trial has been rejected. In 2005, the federal District Court dismissed the claim under the deferential standard federal courts have to give state court decisions under US law, adding that while the "record is filled with examples of the trial judge's sarcasm and at times dislike for both the prosecution and defense", they did "not rise to the level of an unfair trial".

Like many states, Arkansas has faced problems sourcing chemicals for its lethal injection protocols and implementing protocols that courts find constitutional. On 23 June 2016, the Arkansas Supreme Court upheld the state's three-drug execution protocol, which uses a barbiturate or midozalam as a sedative, vecuronium bromide as a paralytic agent, and potassium chloride to induce fatal cardiac arrest. After the US Supreme Court declined to intervene in February 2017, Governor Hutchinson set execution dates for the eight men on whose behalf the legal challenge to the protocol had been brought: Bruce Ward and Don Davis on 17 April; Ledelle Lee and Stacey Johnson on 20 April; Marcel Williams and Jack Jones on 24 April, and Jason McGehee and Kenneth Williams on 27 April. See https://www.amnesty.org/en/documents/amr51/5816/2017/en/.

There have been six executions in the USA this year, bringing to 1,448 the total since judicial killing resumed in the USA in 1977 under new capital statutes approved by the US Supreme Court in 1976. The last execution in Arkansas - its 27th since 1977 - was carried out in 2005. Amnesty International opposes the death penalty in all countries and all cases, unconditionally. Today some 141 countries are abolitionist in law or practice.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for clemency for Bruce Ward and for his death sentence to be commuted.
  • Noting that Bruce Ward has been diagnosed with the serious mental disability of paranoid schizophrenia with the same doctor concluding that the prisoner did not have a rational understanding of his punishment.
  • Explaining that you are not seeking to condone violent crime or to downplay its consequences.

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